Der Frühling

Richtiger Baumschnitt leicht gemacht

Welches Werkzeug braucht man und welche Baumschnitte gibt es denn?

  1. Der Pflanzschnitt: wenn Sie einen Baum pflanzen, braucht er einen ganz speziellen Schnitt am Anfang.
  2. Der Erziehungsschnitt: ist schließlich für junge Bäume, wo die Krone noch aufgebaut werden soll.
  3. Der Erhaltungsschnitt: da geht es um die alten Bäume, damit die auch lange noch erhalten bleiben und schließlich gibt es ein Spezialthema,
  4. Der Sommerschnitt: wenn der Obstbaum voll im Laub steht und sich die Früchte bilden.
  5. Können Sie selbst entscheiden, ob sie die Reihe von Anfang bis Ende lesen, oder sich genau den Artikel rauspicken, der auf Ihre Situation zugeschnitten ist.

Warum kann man Obstbäume nicht wachsen lassen?

Warum kann man Obstbäume nicht wachsen lassen, wie man will? Auch das hat viele Gründe! Das Eingreifen, fängt schon bei den jungen Bäumen an. Wie man ihn richtig er-zieht und zum richtigen Holz ausbildet! Bei einem alten Baum muss man regulierend eingreifen, damit er nicht zu groß wird. Fal-len Ihre Früchte entsprechend klein aus, dann sollten Sie die Krone richtig aus-richten, da nicht genügend Licht in die Krone fällt. Von einem generativen Wachstum spricht man, wenn die Knospen vom Ast schön abstehen, also so richtig ab-spreizen und schön dick bzw. rund sind. Diese sind die Blüten und werden später die Früchte.

Bei einem jungen Baum sieht man es nicht, es dauert ca. ein zwei Jahre. Danach sind ganz winzige Knospen zu sehen die direkt am Stamm anliegen. Zum Teil gibt es nur Triebe und Blätter, aber keine Früchte. Es gibt also ganz viele verschiedene Schnitt- Anleitungen, die über das Leben eines Baumes verteilt sind. Aber zum Wachstum gibt es noch eine wichtige Sache zu klären. Viele Leute denken, dass so ein Stamm sich mit der Zeit in die Höhe streckt! Das ist aber nicht so!

Wie wird die Höhe des Baumes festgelegt

Die Höhe wird mit dem Verzweigen der Triebe festgelegt, d. h. vom Stamm werden die Triebe weggenommen und der Kronenansatz wird bestimmt.  So wird die Größe des Baumes festgelegt und nur die Triebe wachsen in die Höhe. Bevor man sich einen Obstbaum zulegt, sollte man genau wissen, wohin man ihn pflanzt und ganz wichtig, ob man einen Buschbaum, also auf Hüfthöhe Äpfel ernten möchte oder einen Hochstamm, damit eine Gartenbank darunter passt?

Wann und wie wird geschnitten?

In erster Linie hängt es also vom Alter des Baumes ab, aber man benötigt auch ein gutes Werkzeug. Beachten Sie auch, dass beim Schneiden, Fehler gemacht werden können.

Astschere: Sie verwendet man für Äste, bis zu einer Daumen Stärke. Schneiden Sie immer knapp oberhalb einer Knospe. So kann es sich optimal verteilen und trocknet nicht aus. Beachten Sie bitte das kein Zapfen stehen bleibt, da es immer Eintrittsstellen für Krankheiten sind und nicht mehr mit dem Baum-Saft, wirklich versorgt werden kann. Eine Knospe sollte nach außen schauen, d. h. der Ast wächst nach außen und nicht nach innen, bevor man den Rest abschneidet. Schauen Sie auch, welche Äste nach innen gewachsen sind, dieses kommt bei älteren Bäumen sehr oft vor. Schneiden Sie diese so, dass ein bisschen Abstand oder ein kleiner Ring bestehen bleibt. So bekommen die Obstbäume wieder genügen Licht. Auch ist es wichtig, wie mit der Schere geschnitten wird! Die Fläche mit der breiten Seite ist die Schnittfläche und muss zur Pflanze zeigen, also zum Ast und wird glatt abgeschnitten. Macht man es andersrum können Quetschungen entstehen an dem Gegenstück der Schneide.  

Ast-Säge: Alle Äste, die dicker als ca. 6-7 cm sind, sollten mit der Säge abgeschnitten werden. Mit ihr sollte man vorsichtig umgehen und einen Vorschnitt, d. h. man sägt erstmal unten den Ast, dann oben, so dass man nachher einen kleinen versetzten Schnitt hat. Der versetzte Schnitt bleibt nicht stehen, sondern wird jetzt korrigiert, indem Sie an einem Seitenast ansetzen und den Rest gerade absägen. Sollten Sie jedoch versuchen, den Ast von oben runter abzusägen, beachten Sie bitte, dass er nicht in der Mitte einreißt und einen Stamm-Schaden verursacht. Dieses sind Eintrittspforten für Keime und Pilze.

Merke: Sägen Sie dicke Äste in drei Schritten ab: 1. Schnitt: UNTEN. Das ist der Sicherheitsschnitt um den Baum vor Schäden zu schützen! 2. Schnitt: OBEN. 3. Schnitt: AUF ASTRING SCHNEIDEN.

Übrigens die Profis benutzen nicht mehr diese Wundverschlussmittel, denn es hat sich gezeigt, dass sich unter dieser Schicht von dem Mittel doch immer wieder Pilzerkran-kungen entstehen. Es ist viel besser, wenn Luft rankommen kann und die Wunde trocknet ab und der Baum wird sich selbst heilen.

Pflanzung und Pflanzenschnitt

Pflanzenschnitt

Pflanzung und Pflanzenschnitt: Bevor Sie einen Baum pflanzen, stechen Sie ein Loch, das mindestens doppelt so groß ist und tief plus ein Drittel wie der Topf des Baumes, im Garten aus und legen das Loch mit einem Drahtzaun aus. Der Grund dafür, die Wühlmäuse können nicht die Wurzeln abfressen. Kürzen Sie die Wurzeln ein und entfernen Sie dabei vor allem beschädigte Wurzeln. Entfernen Sie Triebe, die dem Mitteltrieb Konkurrenz machen. Lassen Sie drei bis vier Äste stehen, die als Leitäste die Krone bilden. Sie sollten möglichst gleichmäßig in alle Richtungen stehen. Am besten ist es, wenn sie einen 45 bis 60 Grad Winkel zum Stamm bilden. Sollten Sie zu steil sein, können die Äste mit einem Holzstücken abspreizen. Kürzen Sie diese Leitäste auf gleicher Höhe ein, etwa um ein Drittel, aber immer über einer Knospe, die nach außen zeigt. Kürzen Sie den Mitteltrieb so, dass er etwa 2 Faustbreit über die Leitäste herausragt. Jetzt hat der Baum sein Grundgerüst erhalten und in den nächsten Jahren muss er seine Krone weiterentwickeln und erzogen werden.

Erziehungsschnitt

Entfernen Sie Triebe, die dem Mitteltrieb Konkurrenz machen. Korrigieren Sie den Winkel der Leitäste, wenn nötig und kürzen Sie den Neuzuwachs der Leitäste ein.

Erhaltungsschnitt




Der Erhaltungsschnitt und natürlich auch Pflegemaßnahmen sind unentbehrlich für alte Obstbäume. Besonders das Auslichten, wegen dem Sonnenlicht, dann den Leittrieb kürzen, sowie den Höhencut, damit man den Baum noch managen kann, Totholz raus, altes Fruchtholz raus, normale Pflegesachen.  Kürzen Sie die Stammverlängerung oberhalb eines nach außen wachsendem Ast, um die Höhe zu begrenzen. Entfernen Sie tote Äste und überbauende Äste, die den unteren Ästen das Licht wegnehmen. Vergessen Sie nicht abgetragenes Fruchtholz zu entfernen. Wenn man diese Regeln beherzigt, kann man bei alten Bäumen noch auf ein langes Ertragsleben hoffen und erhält sie noch viele Jahre.

Sommerschnitt

Kann man mitten im Sommer beherzt zur Schere und Säge greifen um den Obstbaum zu beschneiden? Jetzt steht er voll im Laub und die Früchte bildet sich! Das kann wirklich nicht gut sein für den Baum? Wer diesen Gedanken hat, der liegt falsch. Der Sommerschnitt ist nämlich groß im Kommen. Er hat einen Vorteil. Im Sommer wird nämlich das Triebwachstum beruhigt, das heißt, der Baum wächst nicht mehr so stark, sondern bildet eher Fruchtholz. Was ist denn Fruchtholz? Es sind kleine stummelige Triebe. Wann ist denn der richtige Zeitpunkt für den Sommerschnitt? Ende Juli Anfang August. Das erkennt man auch daran, dass am Baum die Endknospen voll ausgetrieben sind. Also die Endknospen der Triebe sind voll entwickelt, wenn das der Fall ist, dann können Sie getrost mit dem Sommerschnitt loslegen. Los geht es mit den Sommer- Pflegemaß-nahmen, Anfang Juni mit dem sogenannten Juni Riss. Das heißt: beim Juni-Riss, werden sogenannte Wasserschosser oder -triebe, die so senkrecht in einer Saison aus den Ästen hochwachsen abgerissen, also nicht abgeschnitten. Sie werden mit einem scharfem Ruck nach unten abgerissen, Richtung Stamm. Dabei werden die schlafenden Knospen, also die schlafenden Augen mit abgerissen. Das hat den Sinn, dass im nächsten Jahr nicht aus der gleichen Stelle wieder neue Triebe hochwachsen. Würde man sie nur mit der Schere abschneiden, bleiben die schlafenden Knospen am Ast. Jetzt geht’s ans auslichten im inneren des Baumes und dabei fällt wirklich die meiste Schnittarbeit an. Wir suchen erstmal Äste die stark sind und nach oben oder innen wachsen, gerade die, müssen herausgenommen werden! Da diese Äste den darunter liegenden Ästen, zu viel Licht und damit Nährstoffe weg nehmen. Ein Baum sollte auch waagerechte Äste haben. Alles was hier auf reitet, werden auch rausgenommen, damit die waagerechten ihre Kraft in die Bildung von dem so genannten Fruchtholz stecken können. Diese kleinen, stummeligen Kurztriebe sollen ja Blüten machen und damit die Früchte bilden. Genauso werden die senkrecht wachsenden Äste entfernt, und auf den Astring zurückgeschnitten werden. Vergessen Sie nicht den Stamm zu putzen. Das heißt kleine Triebe, die direkt am Stamm wachsen, haben keine Funktion. Die Früchte, die hier wachsen würde, sind klein und kümmerlich, also kann man auf diese Äste verzichten. Zum Schluss schauen wir uns den Baum ganz genau an und entfernen die Stummeltriebe, damit Fruchtholz in der nächsten Saison entstehen kann. Das der Sommerschnitt so gut ist für den Baum und den Triebwachstum hemmt, so dass der Baum nicht mehr so stark austreibt kann, das ist eine alte obstbauliche Erfahrung. Das können auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen. Probieren Sie es ruhig aus und ich wünsche Ihnen eine gute Ernte.  

4 Gedanken zu „Richtiger Baumschnitt leicht gemacht

  1. Meinen Dank für die Tipps zu den Schnittarbeiten! Nach dem heißen Sommer sind einige der Bäume von Insekten befallen. Dazu sind ja auch sehr alt. Da der Garten aufzupeppen ist, möchte ich einen Baum bis zur Wurzel fräsen lassen, um die anderen Bäume in der Nähe davor zu schützen. Für die Warnung vor Wundverschlussmittel dankbar!

  2. Mein Onkel plant den Baumschnitt bevor die kalten Temperaturen einbrechen. Danke für den Tipp, dass man eine Astschere für Äste bis zu einer Daumen Stärke verwendet. Ich werde ihm sagen, knapp oberhalb einer Knospe anzusetzen.

    1. Hallo Herr Krause,
      danke für Ihren Kommentar. Den Baumschnitt habe ich auch früher vor der kalten Temperatur vorgenommen. Jetzt mache ich es im Frühjahr und mein Apfelbaum trägt immer mehr Früchte.

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