Winterstarre

Wie wichtig ist die Winterstarre für Europäische Landschildkröten?

So werden Landschildkröten richtig auf die Winterstarre vorbereitet

Ist die Winterstarre wichtig? Es gibt verschiedene Aussagen wie: „Winterstarre ist wichtig“, die anderen sagen braucht man nicht, die kommen auch ohne zurecht, dann wiederum sagen eine: die ersten ein zwei drei Jahre die braucht man nicht im Gegenteil, in den ersten Jahren ist es sogar gefährlich, aber danach ist die Winterstarre wichtig. Es gibt auch einige die sagen nur vier bis sechs Wochen länger auf keinen Fall und andere wiederum sagen vier bis sechs Monate sind gar kein Problem. Welche dieser Aussagen soll man davon glauben?

Nein, weil sich die Schildkröten von ganz allein entleeren. Durch die sinkenden Temperaturen und die abnehmenden Tageslänge fressen sie weniger und dadurch wird der Darm nicht wieder neu aufgefüllt. 

Das passiert durch die sinkenden Temperaturen! Wenn man sie immer wieder in ein warmes Bad setzt, dann kurbelt man den Stoffwechsel immer wieder an und es ist eigentlich eher kontraproduktiv.

Nein, Schildkröten brauchen diese Absenkung von Temperaturen und sie brauchen auch das klassische herbstliche Wetter, damit sie überhaupt merken, dass Herbst ist und sich auf die Winterstarre vorbereiten können. Schildkröten sind ortstreue Tiere und möchten gerne in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Sie suchen sich instinktiv ihre Plätze aus, wo sie schlafen, verstecken und sogar überwintern möchten. Wenn man sie ständig aus dem Versteck rausholt um ins Haus zu setzen, bedeutet es für Landschildkröten Stress.

WinterstarreAm besten orientiert man sich in der gesamten Schildkrötenhaltung immer am natürlichen Lebensraum. Man kann nicht alles nachahmen und das sollte man auch nicht. Der natürliche Lebensraum ist im Großen und Ganzen unser Vorbild. Wie sieht nun die Winterstarre oder der Winter selbst aus? Schildkröten sind wechselwarme Tiere, das heißt, mit sinkenden Temperaturen im Herbst bereiten sie sich auf die Winterstarre vor und halten dann im Winter die Winterstarre. Das ist der natürliche Lebensraum und der Rhythmus von Mutter Natur gibt es so auch vor. Nun kann man als Halter von Schildkröten natürlich ein bisschen dazwischenfunken und dafür sorgen, dass sie nicht in die Winterstarre fällt, indem man die Temperatur auf recht warmhält. Sinnvoll ist das nicht, weil das nichts mit der natürlichen Haltung zu tun hat.

Was machen wir nun im Winter?

Was machen wir nun im Winter? Es bedeutet, dass Schildkröten im Winter eine Winterstarre halten sollen. Natürlich haben wir nicht die Winter, wie wir sie auch im natürlichen Lebensraum vorfinden, sondern wir müssen mit ein paar Hilfsmittel nachhelfen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: entweder im Frühbeet, Gewächshaus, Überwinterungsgrube oder im Kühlschrank dafür sorgen, dass die Schildkröten bei ungefähr fünf bis sechs Grad ihre Winterstarre halten. Jeder Temperaturabfall ist bei Schildkröten eine Erholung und somit können sie bei sinkenden Temperaturen auch die Stoffwechselfunktionen, Aktivität und alles drumherum herunterfahren.

Warum ist Winterstarre so wichtig?

Bei Schildkröten ist es ähnlich wie bei einem Menschen. Nach einem Urlaub können wir wieder gestärkt und mit frischer Energie zur Arbeit gehen. Schildkröten können ihren sogenannten Feierabend zwar gut mit der nächtlichen Temperaturabsenkung überbrücken, aber sie wollen nicht ganzjährig aktiv sein. Somit brauchen sie auch Urlaub, damit sie neue Kraft tanken können und dies entspricht nun mal der Winterstarre. Damit Schildkröten einen gesunden Lebensrhythmus führen können ist es wichtig, dass sie sich eben über den Winter hinweg erholen können, viel Kraft haben und ihr Immunsystem gestärkt ist, brauchen sie unbedingt die Winterstarre. Verzichtet man auf die Winterstarre fördert langfristig Krankheiten und schwächt das Immunsystem.

Eine Winterstarre dauert ungefähr etwa von November, Dezember bis März, April.

Ja, sie ist wichtig und gehört zum natürlichen Rhythmus der Schildkröten dazu. Wenn sie nicht möchte hat es nicht damit zu tun, dass sie keine Lust hat, sondern dass Ihr als Halter vielleicht nicht die Bedingungen geschaffen habt, die sie benötigt. Eine Schildkröte braucht einen Überwinterungsort von vier bis sechs Grad.

Was sollte in eine Überwinterungsbox?

  • gesiebte Erde
  • Moos
  • Buchenblätter
  • Thermometer mit Feuchtigkeitsangabe

WinterstarreEntweder man nimmt einen Karton oder eine Box aus Plastik. Bei einem Karton nimmt man als Unterlage eine Alufolie oder eine Frischhaltefolie. Diese Folie legt man am Boden des Kartons aus, und zwar so, dass der Boden und die Ecken gut bedeckt sind, so das die Schildkröten nicht auf die Idee kommen darunter zu krabbeln. Sie sollte trotzdem gut vor Nässe schützen. Der Karton oder die Box sollte aber mindestens so groß sein, dass die Schildkröte sich komplett darin drehen kann.

Dann kommt Erde in die Box oder den Karton. Während Sie die Erde rein schaufeln, wird nach großen Steinen oder Ungeziefer, Wurzeln und Gras gesucht und diese entfernt. Am besten ist die Erde eines Maulwurfshügels. Es kommt so viel Erde in die Box oder Karton, damit sich die Schildkröten eingraben können. Danach suchen wir nach einem Moos was man gut ablösen kann und legt es auf die Erde. Das Moos dient zur Feuchtigkeitserhaltung. Bevor die Blätter darüber kommen, können Sie noch ein Thermometer reinlegen, damit die Temperatur abgelesen werden kann. Jetzt nur noch mit getrockneten Buchenblätter auffüllen, so dass es gut verdichtet ist.

Kontrolle in der Winterstarre

WinterstarreWährend der Winterstarre möchten die Halter eine bestmögliche Kontrolle über Ihre Schildkröten zu haben damit Sie wissen, dass es ihnen gut geht. Welche Kontrollen sind möglich und was davon ist überhaupt sinnvoll? Eine gängige Möglichkeit während der Winterstarre ist die Schildkröten zu wiegen. Denn ein Gewichtsverlust, so glauben die meisten, ist ein Zeichen einer Krankheit oder dass man die Schildkröten auswintern sollte. Doch das Gewicht bringt wenig. Der Gewichtsverlust ist einfach die Folge von Umständen. Das heißt, wenn man eher auf die Umstände achtet als auf das Gewicht, dann braucht man die Schildkröten auch nicht wiegen. Gewichtsverlust ist meistens die Folge von zu trockner Überwinterung. Den kann man nachhelfen, indem man regelmäßig nach befeuchtet.

AussengehegeBei der Überwinterung im Freien, da trocknet die Erde in der Regel gar nicht aus und muss man auch nicht nachhelfen. Zweitens ist die Folge von zu warmer Überwinterung. Das passiert häufig, wenn die Schildkröten auf dem Dachboden oder im Keller überwintern, weil hier die Temperatur über die Toleranzgrenze von acht Grad liegt. Ideal sind vier bis sechs Grad. Wer die einhält, braucht keinen Gewichtsverlust befürchten. Als Drittes ist der unbehandelte Parasitenbefall, wenn man aber jedes Jahr im Sommer eine Kotprobe untersuchen lässt, dann gibt es keinen Gewichtsverlust, als Folge eines Parasitenbefalls.

Zwischendurch kann man hochnehmen und einen Blick auf die Nase und die Augen werfen.  Die Augen sollten geschlossen und die Nase frei sein. Der Panzer sollte fest sein und sich nicht rot färben. In der Regel gilt, gesunde Schildkröten passiert in der Winterstarre nichts und müssen auch nicht kontrolliert werden. Wer sich natürlich absichern möchte, der kann die Kontrollen durchführen. Kontrollieren sollte man nur die Schildkröten, die auf der Erde sind und nicht die, die eingebuddelt sind.

Wenn Schildkröten in der Winterstarre aktiv werden?

Während des Winters oder auch zum Ende des Winters gibt es häufig die Frage: „was mache ich, wenn meine Schildkröte aktiv geworden ist?“ Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern man muss hier zwischen den Zeiten und auch den Umständen unterscheiden, damit man entsprechend handeln kann oder sollte auch einfach nur Geduld benötigt werden.  

Einmal gibt es den Unterschied zwischen der Kühlschranküberwinterung und Aussenüberwinterung, wenn eine Schildkröte bei der Kühlschranküberwinterung plötzlich aktiv wird, das heißt sie hat es dunkel, sie hat konstante vier bis sechs Grad. Sie befindet sich mitten in der Winterstarre also nicht gerade am Anfang oder nicht am Ende und wird trotzdem aktiv, dann sollte man hier ein besonderes Auge drauf werfen, denn unter diesen Umständen sollte eine Schildkröte unbedingt starren. Aber hier gibt es auch wieder Unterschiede zwischen aktiv und aktiv. Das heißt, wenn eine Schildkröte nur ihre Position verändert, das kann maximal zwischen zwei und drei Tagen dauern, länger auf gar keinen Fall. Sie darf sich zwischendurch ruhig mal bewegen.

Sie kann sich auch ausbuddeln und wieder einbuddeln oder auch auf der Erde starren das ist kein Problem. Was sie aber auf keinen Fall tun sollte ist, zwei bis drei Tage oder länger in der Box herumkrabbeln oder gar versuchen raus zu krabbeln. Dieses ist kein sonderlich gutes Zeichen, vor allem wenn die Temperatur stimmt, wenn es dunkel ist, sich mitten in der Winterstarre befindet. Das ist kein gutes Zeichen, also hier ist es tatsächlich dann ratsam und unter diesen Umständen die Schildkröte vorzeitig auszuwintern. Es kann aber auch der Fall sein, dass sie krank ist.

Unsere Animal Tree® Urne wird aus biologisch abbaubarem Material gefertigt und ist damit absolut nachhaltig. Sie bietet Platz, um nach der Kremierung die Asche des verstorbenen Tieres würdevoll einzuhüllen und kann bedenkenlos im Garten vergraben werden. Mit der Zeit wird sie sich rückstandslos zersetzen, sodass die Wurzeln der Pflanze alle Kraft aus der Asche ziehen können, die die Pflanze für ein gesundes Wachstum benötigt. Mit unserer Animal Tree® Tierurne wird aus der Asche des Tieres über die Jahre eine Pflanze wachsen, die voller schöner ­Erinnerungen an das Haustier ist.

Wenn man sich aber dem Frühjahr nähert und der Winter zu Ende geht, dann kommt es hin und wieder vor, dass die Schildkröten auch im Kühlschrank darauf reagieren, obwohl sie ja wirklich konstanten Temperaturen ausgesetzt sind. Das ist aber aus meiner Sicht kein Problem, aber deshalb sollte man nicht wirklich auswintern und nicht weiter im Kühlschrank lassen. Zusammen mit der Überwinterungsbox aus dem Kühlschrank herausnehmen und in das Frühbeet einstellen.

Die Technik im Frühling so einstellen, dass weiterhin wie im Kühlschrank die ungefähren fünf Grad gehalten werden. Somit haben sie einerseits die gewohnten Temperaturen, andererseits kann sie von den Temperaturschwankungen profitieren, indem sie langsam sich auf den Frühling vorbereitet. Sofern Sie gesund ist, ist das eine gute Sache, um zu zeigen, dass der Frühling kommt, aber eben nicht von heute auf morgen plötzlich da ist.   

Bei der Aussenüberwinterung

Entweder eine Überwinterungsgrube oder im Gewächshaus oder im Frühbeet, da hat das Wetter natürlich einen großen Einfluss auf die Aktivität der Schildkröten. Einerseits hat man eine Pufferwirkung durch die Erde, die Erde, die natürlich deutlich intensiver ist durch das Volumen der Erde als in dieser kleinen Überwinterungsbox oder -karton im Kühlschrank, anderseits spüren die Schildkröten gewisse Temperaturunterschiede. Nämlich kann es sein, dass mitten im Winter, wenn es länger anhaltend schön ist und gerade durch den Treibhauseffekt, wenn sie dem ausgesetzt sind, kann es dann durchaus sein, dass diese dann darauf reagieren und aktiv werden.

Das heißt entweder kommen sie nur an die Oberfläche oder sie laufen sogar richtig aktiv umher. Das ist aber gar kein Grund zur Sorge, im Gegenteil finde ich das sogar gut, weil man hier ein Stück weit natürlichen Lebensraum nachempfinden kann. Sie kann also normal starren und sich trotzdem in ihrem gewohnten Umfeld so verhalten wie die natürlichen Temperaturen ihr das vorgibt. Einerseits hat man den Schutz vor Frost durch die Technik, andererseits hat man nach oben hin, was die Temperatur betrifft keine Möglichkeit einzuschreiten. Bei Schildkröten, die draußen überwintern spielt das Wetter eine sehr große Rolle und merken da sehr gut, dass der Frühling bevorsteht.

Sie kommen an die Erdoberfläche, je nachdem wie tief sie sich eingebuddelt haben. Wenn Ihr merkt, es geht zum Ende des Winters oder die erste Schildkröte ist da, freuen wir uns und dürfen tatsächlich die Technik auf eine Temperatur von ungefähr acht bis zehn Grad hochstellen. Wenn die Schildkröten schon anfangen zu fressen, dann ist es gut, wenn die Temperatur zehn oder zwölf Grad nicht mehr unterschreitet. Dann die Wärmelampen für circa eine Stunde am Vormittag dazu schalten, wobei sie am Anfang sicherlich nicht genutzt wird.

  • Während der Winterstarre im Kühlschrank, sollte keine Schildkröte aktiv herumlaufen, außer die Position zu verändern. Zum Ende der Winterstarre im Kühlschrank, darf die Schildkröte aktiv werden, aber nicht im Kühlschrank dann verbleiben, sondern am besten nach draußen ins Frühbeet umgesiedelt werden.

  • Bei der Überwinterung draußen gilt, dass Schildkröten aktiv sein dürfen, aber es sollte dem Wetter angepasst sein. Also wenn es bewölkt ist, seine fünf bis sechs Grad hat und die Schildkröte ist trotzdem aktiv, dann ist es wie im Kühlschrank ein Grund zur Sorge. Sollte es aber sonnig und warm sein und die sie werden aktiv, zieht sich aber zum kälteren Wetter wieder zurück, dann ist das eine ganz normale Reaktion

Auswintern während der Winterstarre!

Zum Ende der Winterstarre, wenn die Schildkröten draußen überwintern oder bereits umgesiedelt sind nach draußen, dann dürfen wir die Temperatur auf acht Grad zu Beginn anheben. Es ist nicht verkehrt, wenn man die Schildkröten zu früh aus dem Kühlschrank aussetzt. Es ist nicht verkehrt, wenn man zu früh die Temperatur im hochkurbelt, man muss nur im Hinterkopf haben, das wenn sie aktiv werden, dann muss man sie auch ernähren.

Also es macht keinen Sinn sie früher aus zu wintern, wenn eigentlich keine Zeit ist. Andersrum sollte man die Auswinterungszeit nicht zu sehr in die Länge ziehen, der Körper darf gerne zügig in Gang kommen, dass sie wieder aktiv werden, der Stoffwechsel wieder angekurbelt wird und alles so funktioniert wie es funktionieren soll.

Sicherlich wird dieser Blog nicht eure Fragen so richtig beantwortet haben, aber vielleicht konnte es euch trotzdem ein Stück weiter dabei helfen, die Entscheidungen etwas einzugrenzen! Ich hoffe, alle Eure Schildkröten erwachen gesund aus der Winterstarre und dann freuen wir uns alle über das Frühjahr.

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