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Wann sollten Rosen geschnitten werden?

Die Entwicklung und das Wohlbefinden Ihrer Rosen hängen weitgehend von der Art des Rückschnitts ab. Aber alles, was über den Rückschnitt geschrieben wird, erscheint immer ungeheuer kompliziert. Der beste Weg wäre zweifellos, sich von einem erfahrenen Gärtner an Hand von Beispielen erklären zu lassen, worauf es ankommt. Wenn man einmal verstanden hat, was zu tun ist, und warum, dann hat der Rosenschnitt völlig seine Schrecken verloren.

Warum schneiden wir Rosen?

Bei Rosen sehen Sie, dass sie jedes Jahr neu von unten hertreiben und an diesen Zweigen die schönsten Blüten wachsen. Die alten Zweige im Inneren des Strauches sterben ab. Mit dem Rückschnitt bezwecken wir also, den Prozess der Erneuerung zu beschleunigen. Dabei entfernen wir natürlich auch gleich krankes und totes Holz.

Die Rosen sollten auch eine ausgeglichene Form bekommen, auch wenn das in einem Beet, wo die Rosen eng zusammenstehen, nicht so bedeutend ist. Außerdem sollte die Mitte des Rosenstocks ziemlich frei sein, damit überall Luft und Sonne hinkommen kann. Ein dichtes Gewirr von Zweigen in der Mitte muss unbedingt ausgedünnt werden, und wenn sich Zweige so kreuzen, dass sie aneinander reiben, sollte einer von ihnen entfernt oder zumindest gekürzt werden. In jedem Fall lohnt sich die Anschaffung einer guten Gartenschere, die viele Jahre Dienst tun kann. Sie sollte immer sauber und scharf gehalten werden. Mit einer stumpfen Schere werden die Schnitte raue und das Holz reißt und bietet eine Angriffsfläche für Krankheitserreger.

Zuerst sollte alles schwache, kümmerliche Holz entfernt werden, ebenso die streichholzdünnen Triebe, die oft an den Leitästen erscheinen, und nie mehr, als wenige kleine Blättchen hervorbringen. Schneiden Sie alles tote Holz einschließlich der Stümpfe ab, die womöglich noch von früheren (schlechten) Rückschnitten stehen. Wenn Sie hier mit der Schere nicht weiterkommen, nehmen Sie eine feinzahnige Säge. Totes Holz sieht braun oder grau aus und hat knorrige, runzlige Rinde. Als nächstes sind die kranken Zweige an der Reihe. Sie werden ganz entfernt oder aber bis zum ersten gesunden Auge nach der kranken Stelle gekürzt. Wenn Sie einen Stängel anschneiden und sehen, dass die Mitte braun ist, dann stirbt der Zweig allmählich ab. Schneiden Sie Auge für Auge tiefer, bis Sie auf gesundes, weißes Holz treffen. Möglicherweise finden Sie auch einige kräftige und anscheinend gesunde Zweige, die im Jahr zuvor geschnitten wurden, aber nur noch einige dünne Zweigchen ausgetrieben haben. Wenn das alles ist, können Sie auch in Zukunft nicht mehr erwarten und sollten diese Zweige ganz entfernen.

Teehybriden/Edelrosen

Lassen Sie nur 3-5 gesunde, grüne, feste Triebe stehen und kürzen Sie sie auf etwa 4-6 Augen. Der Schnitt wird 6 mm über einem Auge angesetzt und schräg nach unten, vom Auge weg, geführt. Wenn Sie kein Auge an der richtigen Stelle finden, müssen Sie das nächste geeignete, möglichst an der Außenseite des Stängels nehmen, damit der neue Trieb nach außen wächst. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn an der richtigen Stelle kein Außenauge da ist; der Strauch wird deshalb nicht weniger schön. Oft ist es so, dass der Schnitt korrekt am Außenauge vorgenommen wird, aber das innere darunter austreibt. Man kann der Pflanze immer nur den Weg weisen, ob sie ihm dann auch folgt, liegt nicht in unserer Entscheidung. Mehr gibt es über den jährlichen Rückschnitt von Teehybriden, so wie ihn der Hobbygärtner vornimmt, nicht zu sagen. Durch einen strengeren Rückschnitt bekommt man größere, aber auch weniger Blüten. Auf magerem, trockenem Boden ist ein eher zurückhaltender Rückschnitt angebracht. Wenn dann nicht regelmäßig Dünger und Humus zugesetzt werden, hat dieser Boden nicht mehr die Kraft, ein üppiges, neues Wachstum zu fördern.

Neugepflanzte Rosen

Sie werden grundsätzlich stärker zurückgeschnitten – bis auf 8-10 cm. Dadurch wird das obere Wachstum verzögert, und die Wurzeln haben mehr Zeit sich zu stärken. Rosen, die Sie im Frühjahr pflanzen, können gleich beschnitten werden. Zum richtigen Zeitpunkt für den Rückschnitt gibt es viele verschiedene Expertenmeinungen. Welche ist nun richtig? Wenn die Antwort darauf auch vage klingt, so kann sie eigentlich nur heißen – jede! Solange die Rose ihren Winterschlaf hält – das ist etwa von Ende November bis Ende März -, spielt es in mildem Klima keine Rolle, wann man schneidet. In Gegenden mit strengem Winter würden nach dem Herbstschnitt einige Zweige abfrieren, die aber nachträglich noch ausgeschnitten werden könnten. Das gleiche kann allerdings auch beim Frühjahrsschnitt passieren, wenn Spätfröste auftreten. Trotzdem ist es in kalten Regionen vernünftiger, den Rückschnitt Mitte März bis Mitte April vorzunehmen.

Floribundarosen

Sie wirken vor allem durch die Menge und Dauerhaftigkeit ihrer Blütenpracht und auch durch die Schönheit der einzelnen Blüte, wie die Teehybriden. Da sie auch ohne scharfen Rückschnitt üppig treiben, werden sie etwas weniger gekürzt, doch im Prinzip geht man genauso vor. Schwaches, krankes und totes Holz wird selbstverständlich ausgeschnitten und das gesunde bei einjährigen Pflanzen auf 3-5 Augen, bei mehrjährigen Pflanzen auf 4-6 Augen gekürzt. Kräftige Seitentriebe werden bis zum ersten oder zweiten Auge gekürzt. Aus sehr üppigen und hochwachsenden Sorten kann man im Laufe einiger Jahre prächtige Exemplare für die Einzelstellung und als Hintergrund einer Rabatte heranziehen. Wenn die Leitäste nur wenig zurückgeschnitten werden, produzieren sie sehr kräftige Seitentriebe, die wiederum im nächsten Jahr gekürzt werden und neu austreiben. Nach und nach entsteht so ein schöner, großer Busch, von dem nur hin und wieder Haupttriebe, wenn sie ihre Kraft verloren haben oder durch neue ersetzt werden, auszuschneiden sind.

Strauch- und Kletterrosen

Die Unterscheidung zwischen Strauch- und Kletterrosen!?

Es ist nicht immer ganz einfach, aber unbedingt notwendig, weil die beiden Arten auf verschiedene Weise geschnitten werden.

Einmal blühende Strauchrosen blühen am älteren Holz, d. h. an mehrjährigen Trieben. Diese Rosen werden in den ersten Jahren überhaupt nicht geschnitten. Bei ihnen muss nur das alte Holz ab und zu bis zur Basis ausgeschnitten werden, und zwar, sobald die Blütenzeit vorüber ist. Neue Triebe werden stattdessen angebunden. Bei einer üppigen, dornigen Sorte ist dies ein gefährliches Unternehmen, das Sie in jedem Fall nur mit dicken Handschuhen angehen sollten. Es ist manchmal einfacher, die langen Zweige Stück für Stück abzuschneiden und anschließend die Stücke einzeln herauszuziehen. Die verblühten Dolden dürfen Sie nicht entfernen, denn sie tragen im Herbst den üppigen Fruchtschmuck.

Zu den öfter blühenden Strauchrosen gehören die immer blühenden Lambertiana-Hybriden und Kordesii-Sorten, die oft als schwachwachsende Kletterrosen bezeichnet werden. Nach der Blüte schneidet man die verblühten Dolden ab, um raschen Durchtreiben und die Nachblüte zu fördern. Altes und krankes Holz wird entfernt, und die Triebe sollten um ein Drittel eingekürzt werden.

Kletterrosen

An diese Stelle gehören die Rosen, die lange Triebe bilden und eine Länge von 3-5 m erreichen können. Viele der neuen Sorten und einige der alten blühen in jeder Saison zweimal. Bis zum ersten Jahr nach der Pflanzung wird überhaupt nicht zurückgeschnitten. Besonders wichtig ist dies bei den kletternden Sorten, weil die meisten von ihnen am mehrjährigen Holz blühen. Viele Kletterrosen brauchen gar keinen, oder nur einen geringen Formschnitt, aber die meisten werden schöner, wenn man die Seitenäste im Winter auf 2-3 Augen kürzt. Die verblühten Dolden müssen entfernt werden. Einige Sorten treiben ungern von unten her aus und werden an der Basis leicht kahl. Es hilft oft, wenn man die Zweige möglichst waagrecht zieht, wodurch neue Seitentriebe angeregt werden; auch ein scharfer Rückschnitt des Leitastes bewirkt manchmal den Austrieb von unten. Auf jeden Fall muss überaltertes Holz jährlich ausgelichtet werden. Wenn dies alles nichts nützt, sollte man eine andere Pflanze vor die Rosen setzen, aber nicht zu nahe, damit sie ihr nicht zu viel Nahrung entzieht.

Hochstammrosen

Sie gehören entweder zu den Teehybriden oder zu den Floribundarosen und werden dementsprechend behandelt. Die Ausgewogenheit der Krone sollte beim Rückschnitt besonders beachtet werden, da die Hochstammrosen meistens von allen Seiten betrachtet werden können.

Trauerrosen

Sie werden aus Strauchrosen gezogen, wobei sich die erste Gruppe der kleinblütigen Rosen vorzüglich eignet, deren lange biegsame Äste sich schon von Natur aus nach unten neigen. Der Schnitt ist wieder der gleiche wie bei der eigentlichen Strauchform oder Strauchrosen. Altes Holz wird nach der Blüte völlig ausgeschnitten. Bei der zweiten Gruppe wird das alte Holz über oder auch unter (wenn die Zweige hängen sollten) einem neuen Austrieb abgeschnitten.

Miniaturrosen

Die Sorten, die dicht und verästelt wachsen, müssen bei Bedarf ausgedünnt und einige Triebe, die jedes Jahr absterben, entfernt werden. Einige der üppigeren Sorten treiben gelegentlich überlange Zweige, die das Bild stören; sie sollte man ebenfalls kürzen. Hier ist eine Nagelschere das richtige Werkzeug.

Wildrosen

Sie bleiben in den ersten Jahren völlig sich selbst überlassen. Auch wenn es scheint, als bräuchten sie einen Formschnitt, sollte man nicht mehr tun, als bei Bedarf das tote Holz ausschneiden. Ein scharfer Schnitt würde ihren natürlichen Charakter zerstören, der ja gerade ihren Charme ausmacht. Außer dem Ausschneiden von altem und totem Holz, das bei allen Wild- und Strauchrosen nötig ist, werden bei den meisten Gruppen, wie den Alba-Centifolia- und Damaszener-Rosen, die Seitentriebe um zwei Drittel gekürzt, und zwar am besten nach der Blüte, um neues Wachstum anzuregen, auch wenn die meisten ganz gut ohne Pflege gedeihen. Kürzt man hin und wieder einen Hauptast kräftig, fördert dies den Austrieb neuer Zweige weiter unten. Wenn Rugosa- und Gallica-Rosen als Heckenpflanzen wachsen, sollten sie ab und zu in Form gebracht werden, wobei man sich selbstverständlich an ihr natürliches Grundwachstum hält. Mit Heckenrosen kann man keinesfalls eine so gleichmäßig gestutzte Hecke, wie z. B. bei Buchsbaum und Eibe, erwarten.

Die hagebuttentragenden Wildrosen werden, wenn nötig – anders als die anderen -, im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten. Als Anleitung gilt der Rückschnitt großer Floribundarosen, den wir schon im entsprechenden Abschnitt beschrieben haben.

Beachten Sie den Pflegeschnitt im Sommer! Einmal wöchentlich sollte man verblühte Rosen abschneiden. Keinesfalls sollte es zur Bildung von Hagebutten-Früchten kommen.

Düngen im Frühjahr: Eine mäßige Volldüngung zwischen Ende Mai (Austrieb) und Anfang Juni (Blütenflor).

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